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Empathie: Die Schlüsselrolle in der Entwicklung von Kindern

Willkommen zur Reise in die Welt der Empathie!

Empathie ist nicht nur eine beeindruckende Fähigkeit, sondern auch der Schlüssel zu harmonischen sozialen Beziehungen. In diesem Beitrag lade ich dich ein, nicht nur zu verstehen, was Empathie ist, sondern vor allem, wie du aktiv zu ihrer Förderung beitragen kannst. Dabei zeige ich dir, wie du die Empathie von Kindern und Jugendlichen fördern kannst und gebe dir dazu praktische Methoden an die Hand.

Warum Empathie wichtig ist

Empathische Kinder sind in der Lage, miteinander einen besseren Umgang zu pflegen. Dabei lernen Kinder Empathie schon in den frühen Lebensjahren. Ein Prozess, der von den Bezugspersonen beeinflusst und pädagogischen Fachkräften beeinflusst wird. Die Transformation von gewalttätigem Verhalten zu einem respektvollen Miteinander ist möglich und bedarf einer bewussten Förderung der Empathie.

Dabei ist Empathie nicht nur eine individuelle Gabe, sondern auch ein Schlüssel für das harmonische Zusammenleben in der Gesellschaft. Dabei kann Empathie sowohl angeboren sein als auch erworben werden. Bereits im Alter von drei Jahren sind Kinder fähig, empathisch zu handeln, Absichten zu erkennen und die Gefühle anderer in ihre eigenen zu integrieren. Dies bildet das Fundament für das Verständnis und die Akzeptanz in der sozialen Gemeinschaft.

Wut: Eine wichtige und empathische Handlung

Wut, als natürliche Reaktion, hilft in Grenzsituationen entsprechend zu handeln. Dabei ist es wichtig, dass wir verstehen, dass Kinder, die sich verstecken, genauso intensiv fühlen wie diejenigen, die aggressiv reagieren. Beide handeln aus einer Übermannung ihrer Gefühle, ohne alternative Handlungsstrategien. Daher ist deine Handlung im Umgang mit Wut und Flucht entscheidend für die emotionale Entwicklung von Kindern.

Empathie als Schlüsselkompetenz

Empathie ist ein Kernbaustein innerhalb der sozialen Kompetenzen. Wer also die Empathie fördern möchte, sollte sich auch mit den sozialen Kompetenzen auseinandersetzen. Hier insbesondere mit den Emotionen. Denn Emotionen sind maßgeblich an der Entwicklung von Empathie zuständig.

Die Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen ist von entscheidender Bedeutung für die persönliche und soziale Entwicklung von Kindern. Ich zeige dir Methoden, wie du die Emotionen deiner Teilnehmenden fördern und die sozial-emotionalen Kompetenzen erweitern kannst. Beachte jedoch, dass diese Übungen keine Allheilmittel sind und in manchen Fällen es weitere professionelle Hilfe erfordert (zum Beispiel psychologische Hilfe), um Kindern im Umgang mit ihren Gefühlen und der Empathie nachhaltig zu fördern.

Mit Statuentheater Gefühle darstellen

Theaterspiele, insbesondere das Statuentheater nach Augusto Boal, bieten eine kraftvolle Methode, um die Auseinandersetzung mit Emotionen und die Förderung der Empathie zu ermöglichen. Diese Methode ermöglicht eine tiefgreifende Erfahrung der Emotionen durch das Darstellen von Figuren. Die Psychomotorik spielt dabei eine entscheidende Rolle, da sie ein tieferes Verständnis der Emotionen und damit auch der Empathie ermöglicht.

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Spiele zur Förderung der Empathie

In vier aufeinander aufbauenden Übungen fördern wir die Empathie. Die Übungen bauen aufeinander auf und können eine komplette Unterrichtsstunde von 30 bis 45 Minuten ausfüllen. Beachte bitte, dass ich hier jetzt nicht auf Warm-Ups und Cool-down eingehe.

1. Wahrnehmung

Insbesondere, wenn wir die Empathie fördern möchten, müssen wir an der Wahrnehmung unserer Umwelt arbeiten. Wir müssen also die Wahrnehmungsfähigkeiten fördern. Das funktioniert über das Theater bzw. konkreter über die ästhetische Bildung. Durch die Förderung der Wahrnehmung und der Sinnesorgane. Insbesondere das Sehen und genau Hinschauen, sowie das periphere Sehen.
Dies gelingt zum Beispiel, in dem wir mit Kindern über Gefühle reden. Dafür habe ich immer verschiedene Emotionskarten. Auf diesen Karten sind Zeichnungen, auf denen ganze Kinder abgebildet sind, die mit ihrem Körper eine Emotion darstellen. Diese lege ich auf die Mitte in einem Sitzkreis und frage, welche Emotionen die Kinder erkennen. Teilweise frage ich dann auch, um welche Emotionen es sich auf dem Bild noch handel könnte. So verstehen die Kinder, dass Gefühle unterschiedlich gedeutet werden können

2. Emotionen fühlen

Dieselben Karten nehme ich dann auf und verteile sie an die Kinder, die vorher Paare gebildet haben. Die Paare verteilen sich im Raum und diskutieren über die Emotion, die sie auf der Karte sehen. Sie einigen sich auf eine Emotion und versuchen diese mit ihrem Körper darzustellen. Dabei soll das Gefühl in zwei unterschiedlichen Varianten dargestellt werden:

So kann ich unter anderem Freude darstellen, in dem ich die Arme hochreiße.

Oder, ich die Arme beuge und Fäuste mit den Armen balle.

Im Anschluss dürfen die Ergebnisse präsentiert werden.

3. Gefühle anderer verstehen

Zur Präsentation der Gefühle können zwei Varianten ausgewählt werden.

  1. Die Kinder setzen sich auf Stühle und eine oder mehrere Personen geht auf die Bühne und präsentieren ihre Ergebnisse. Wichtig ist, dass sie lange auf der Bühne stehen bleiben. Also wirklich lange. Wenn die Kinder auf der Bühne das Gefühl haben, „dass ist viel zu lange“, dann sollen sie noch etwas bleiben.

    2. Die Paare einigen sich, wer stehen bleibt und wer geht. Die Person, die stehen bleibt, geht in die Figur der Emotion, die andere geht durch den Raum. Ähnlich wie in einem Museum gehen alle Kinder durch den Raum und schauen sich die Figuren und die Emotionen der anderen Gruppen an. Nach einer Zeit wird gewechselt. Bei diesem Spiel erwähne ich immer, dass die Museumsstücke (also die Kinder) nicht berührt werden dürfen.

Gefühle verstehen

Um das Verständnis der Gefühle und ihrer Funktionen im Alltag zu verdeutlichen, solltest du die Übungen am Ende mit den Kindern reflektieren. Die Gruppe sollte sich also im Sitzkreis über das Erlebte erzählen. Berichten, über welche Ausdrücke der Gefühle sie überrascht waren. Außerdem sollte geklärt werden, wer welche Gefühle dargestellt hat.

Darauf musst du achten bei Spielen der Empathie Förderung

Bevor du mit diesen Übungen beginnen kannst, musst du einige wesentliche Punkte beachten:

1. Der Geschützte Raum

Du benötigst einen absolut vertrauensvollen Raum, den ich „Den Geschützten Raum“ nenne. Dieser Raum besteht aus einem psychischen und einem physischen Raum. Die psychische Dimension bezieht sich auf die Vertrauensbildung in der Gruppe, während die physische Dimension den Raum umfasst, in dem die Übungen stattfinden.

2. Langsam an das Thema herangehen

Gehe langsam an das Thema heran und sei nicht zu schnell. Es ist wichtig, dass die Auseinandersetzung mit Emotionen zunächst in der Gruppe geschieht und erst später in Einzelarbeit.

3. Ermögliche immer den Ausstieg

Jedem sollte es jederzeit möglich sein, aus einer Übung auszusteigen oder zu pausieren. Insbesondere die Präsentation sollte absolut freiwillig geschehen.

Zusammenfassung

Die Herausforderung von Wut als natürliche Reaktion wird mit Empathie angegangen. Flucht und Aggression sind Ausdrucksformen derselben Medaille. Nach dem Statuentheater von Augusto Boal bieten drei aufeinander aufbauende Beispielübungen einen Weg zur Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen.

Ein zentraler Punkt ist der „Geschützte Raum“, der die Grundlage jeder Übung bildet. Wenn du tiefer in diese Themen eintauchen möchtest, lade ich dich herzlich zur kostenlosen Webinarreihe „Vorhang auf für deine Gefühle“ ein.

Vielen Dank fürs Lesen, und ich freue mich darauf, dich in den kommenden Webinaren zu sehen!

Mark

 

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Mark

Hey, ich bin Mark, staatlich anerkannter Sozial- und Kindheitspädagoge (B.A) sowie ausgebildeter Theaterpädagoge (BUT) und schreibe hier die Beiträge.

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Sozial-Theatral, der Podcast, mit dem du Kinder und Jugendliche mit Spiel, Spaß und Theaterpädagogik fördern kannst. Dieser Podcast richtet sich an kreative Fachkräfte der Sozialen Arbeit, Pädagogik, Erziehung und natürlich auch Menschen aus dem Theater.

Denn das Schöne am Theater ist, dass du es überall einsetzten kannst. Egal, ob in der Schule, in der Erziehung, im Beruf oder im Alltag. Lass dich überraschen, wie einfach es sein kann, Kindern soziale Kompetenzen zu vermitteln.

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