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Die Kunst der Gruppenanalyse

Wie du die 5 Gruppenphasen nach Tuckman umsetzt

Heute möchte ich mit dir über ein Thema sprechen, das in der Theaterpädagogik von entscheidender Bedeutung ist: die https://www.zutp.de/gruppenverhalten-und-gruppendynamik/. In meiner Podcastfolge 134 habe ich bereits das 5-Phasen-Modell nach Tuckman vorgestellt und betont, wie wichtig es ist, dieses Modell individuell anzupassen. Heute zeige ich dir, warum das so entscheidend ist und wie du die Gruppendynamik in deinem Theaterkurs stärken kannst.

Warum ist das 5-Phasen-Modell nicht einfach anwendbar?

Das 5-Phasen-Modell nach Tuckman ist ein wertvolles Werkzeug, um die Entwicklung einer Gruppe zu verstehen. Aber es ist kein starres Schema, das von Phase eins bis Phase fünf durchlaufen wird. Jede Gruppe ist einzigartig und erfordert individuelle Anpassungen. Darum kannst du die Phasen nicht einfach nacheinander abarbeiten und erwarten, dass die Gruppe automatisch zusammenwächst. Stattdessen musst du die Gruppendynamik aktiv gestalten.

Die Bedeutung der Gruppendynamik

Warum ist die Gruppendynamik so wichtig? Weil sie den Erfolg deines Theaterprojekts maßgeblich beeinflusst. Wenn die Gruppe nicht gut zusammenarbeitet und sich nicht versteht, wird auch das Theaterspielen nicht funktionieren. Eine harmonische Gruppendynamik sorgt hingegen für mehr Spaß, effektive Zusammenarbeit und das Erreichen der gemeinsamen Ziele.

Die Gefahr einer „Gruppe in der Gruppe“

Ein entscheidender Fehler, den ich selbst gemacht habe, war das Übersehen einer „Gruppe in der Gruppe“. Dies bedeutet, dass sich einige Teilnehmer stark miteinander verbinden und von der übrigen Gruppe isolieren. Diese Isolation kann dazu führen, dass bestimmte Kinder sich unwohl fühlen und den Kurs verlassen möchten. In meinem Fall waren es drei Mädchen, die sich abgekapselt hatten. Um solche Probleme zu verhindern, ist es wichtig, die Gruppendynamik zu analysieren und rechtzeitig zu reagieren.

Indikatoren und Handlungsmöglichkeiten

Um die Gruppendynamik zu beobachten, gibt es bestimmte Indikatoren und Handlungsmöglichkeiten, die du nutzen kannst. Beispielsweise kannst du beobachten, wie sich die Gruppe in Pausen verhält. Wer sitzt mit wem zusammen, wer unterhält sich mit wem? Idealerweise sollte in den Pausen jeder mit jedem sprechen und niemand sollte ausgegrenzt werden.

Ein weiterer Indikator sind Widerstände innerhalb der Gruppe. Gibt es Kinder, die nicht miteinander arbeiten wollen? Hier ist es wichtig zu differenzieren, ob es sich um persönliche Vorlieben oder tatsächliche Konflikte handelt.

Die Rolle der Regeln und Kompromisse

Regeln spielen eine entscheidende Rolle in der Gruppenarbeit. Sie schaffen Struktur und ermöglichen es, Konflikte zu vermeiden oder zu lösen. Es ist jedoch wichtig, die Regeln gemeinsam mit der Gruppe zu erarbeiten, um sicherzustellen, dass sie von allen akzeptiert werden. Dabei sollten Regeln positiv formuliert werden, um klare Erwartungen zu setzen.

Kompromisse sind ebenfalls von Bedeutung. Daher solltest du sie bedürfnisorientiert lösen, d.h., die Bedürfnisse aller Teilnehmer berücksichtigen. Ein fairer Kompromiss bedeutet nicht zwangsläufig, alles zu teilen, sondern individuelle Bedürfnisse zu erfüllen.

Die Rolle des Theaterpädagogen

Als Theaterpädagoge hast du eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung der Gruppendynamik. Du musst sensibel sein, die Gruppe beobachten und bei Bedarf eingreifen. In der Anfangsphase ist es wichtig, klare Regeln aufzustellen und die Gruppe anzuleiten. Mit der Zeit kannst du dich jedoch zurückziehen und die Gruppe mehr Eigenverantwortung übertragen.

Fazit

Die Gruppendynamik ist ein zentraler Faktor in der Theaterpädagogik. Das 5-Phasen-Modell nach Tuckman ist ein hilfreiches Werkzeug, aber keine starre Vorgabe. Du musst die Gruppendynamik aktiv gestalten, auf Indikatoren achten und Regeln sowie Kompromisse bedürfnisorientiert anpassen. Nur so kannst du eine harmonische Gruppe schaffen, die erfolgreich zusammenarbeitet und Spaß am Theaterspielen hat.

Ich hoffe, diese Einblicke in die Welt der Gruppendynamik in der Theaterpädagogik waren hilfreich für dich.

Bis bald und viel Erfolg bei deinen theaterpädagogischen Projekten!

Ciao, Mark

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Mark

Hey, ich bin Mark, staatlich anerkannter Sozial- und Kindheitspädagoge (B.A) sowie ausgebildeter Theaterpädagoge (BUT) und schreibe hier die Beiträge.

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Sozial-Theatral, der Podcast, mit dem du Kinder und Jugendliche mit Spiel, Spaß und Theaterpädagogik fördern kannst. Dieser Podcast richtet sich an kreative Fachkräfte der Sozialen Arbeit, Pädagogik, Erziehung und natürlich auch Menschen aus dem Theater.

Denn das Schöne am Theater ist, dass du es überall einsetzten kannst. Egal, ob in der Schule, in der Erziehung, im Beruf oder im Alltag. Lass dich überraschen, wie einfach es sein kann, Kindern soziale Kompetenzen zu vermitteln.

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