Sozial Theatral

Theater trifft Pädagogik

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Fördere die Kommunikation mit Theater

Inklusive 5 Tipps zur Umsetzung

Kommunikation ist ein unglaublich wichtiges Medium, miteinander in Interaktion zu kommen. Interaktion an und für sich ist unglaublich wichtig. Dabei ist es nicht nur wichtig, wie du mit anderen kommuniziert, sondern wie auch deine Teilnehmerinnen und Teilnehmer deines Kurses untereinander kommunizieren. Deswegen gebe ich dir heute fünf konkrete Tipps mit, wie du die Kommunikation deiner Teilnehmerinnen und Teilnehmer verbessern kannst.

Warum ist Kommunikation so wichtig?

Doch, bevor ich dir die fünf konkreten Tipps mitgebe, wie du die Kommunikation von Kindern und Jugendlichen verbessern kannst, lass uns über das. Warum sprechen. Warum ist Kommunikation denn so ein wichtiges Medium? warum ist es so wichtig, dass du die Kommunikation von Kindern und Jugendlichen förderst?

Also, hier fünf Gründe, warum die Kommunikation von Kindern und Jugendlichen verbessern solltest.

Der Mensch ist ein soziales Wesen

Der Mensch ist von Natur aus ein soziales Wesen. Unsere sozialen Bedürfnisse können ohne Kommunikation nicht erfüllt werden. Dies wurde insbesondere während der Corona-Pandemie deutlich.

Unsere Wahrnehmung beeinflusst unsere Kommunikation

Deine Wahrnehmung der Welt beeinflusst deine Kommunikation. Diese Beeinflussung ist äquivalent. Also gegenseitig beeinflussend. Demnach kann Kommunikation auch unsere Wahrnehmung und Sicht auf die Welt erheblich beeinflussen.

Ein Beispiel ist die Magersucht, bei der Menschen aufgrund positiver Rückmeldungen für ihr „Dünnsein“ dazu neigen, ihren eigenen Körper verzerrt wahrzunehmen.

Fehlende Kommunikation fördert Konflikte

Fehlende Kommunikationskompetenzen führen oft zu Missverständnissen und Konflikten. Wenn Menschen aufgrund ihrer Kommunikation denken, dass andere ihnen Böses wollen, kann dies zu aggressivem Verhalten führen.

Dies hat auch wieder viel mit der Wahrnehmung und Emotionen zu tun. So zeigt die Studie „Preschool understanding of emotions: contributions to classroom anger and aggression„, dass Menschen mit aggressivem Verhalten Schwierigkeiten haben, Emotionen des Gegenübers richtig einzuordnen.

Lernen durch Kommunikation

Kommunikation ermöglicht es uns, gemeinsam zu lernen. Selbst beim Lesen eines Buches lernen wir von den Autoren. Dies zeigt, wie eng Lernen und Kommunikation miteinander verbunden sind.

Verbale und nonverbale Kommunikation

Verbale und nonverbale Kommunikation wird dir vermutlich etwas sagen. Hierzu zähle ich auch die Empathie. Also die Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen und mit ihnen zu fühlen. Eine Fähigkeit, die bei Kindern mit dissozialem Verhalten verloren gehen kann. Die erschwert das Teilen von eigenen Ansichten und Emotionen und hemmt eine gewaltfreie Kommunikation. Diese Komponenten sind entscheidend für ein harmonisches Zusammenleben.

Fünf Theaterspiele zur Verbesserung der Kommunikation

Nachdem wir uns also jetzt die Gründe herausgesucht haben, warum es so wichtig ist, die Kommunikation zu fördern, schauen wir uns jetzt fünf konkreten Tipps an, die ich dir mitgeben möchte.

1. Theaterspiel: Wahrnehmungsförderung

Wir alle sitzen auf Stühlen im Kreis. Einer sitzt in der Mitte, die anderen sitzen außen herum. Die, die außen sitzen, blinzeln einander zu. Haben sich beide zugeblinzelt, wechseln sie die Plätze. Während des Platzwechsels versucht die Person in der Mitte, einen Platz im Kreis zu erhalten. Dies gelingt, in dem sie sich schnell auf einen der beiden Plätze setzt.

Wenn dann der Platz besetzt ist, während die beiden tauschen, ist nur noch ein Platz frei, nämlich der in der Mitte. Ziel des Spiels ist es also, dass ich heimlich, ganz heimlich ein Signal gebe. Nämlich durch das Blinzeln zu meinem Gegenüber, um heimlich den Platz zu wechseln, ohne dass die Person in der Mitte mir den Platz wegnehmen kann.

Personen sitzen im Stuhlkreis, eine Person sitze in der Mitte.
Theaterspiel: Platzwechsel

So fördere ich das Gesichtsfeld und die damit verbundene Wahrnehmungsgabe der Kinder. Gleichzeitig ist es ein Spiel, das ich immer wieder gerne spiele und das gerade auch bei Kindern und Jugendlichen sehr gut ankommt, weil es ihnen einfach unwahrscheinlich viel Spaß macht.

2. Theaterspiel: Verbale Kommunikation verstehen

Wie kannst du die verbale Kommunikation fördern? Nun, das ist zum einen eine Wortbeschreibung. Das heißt, du verteilst ein Bild, das du vorher gemalt hast.

Das können einfache Striche sein. Du holst dir ein Edding, ein Blatt Papier, malst ein Kreis drauf, ein paar Striche, die kreuz und quer sind gar nicht so, es ist so eine Art abstraktes Bild. Es sollte aber nicht zu kompliziert sein.

Bild zum Spiel der verbalen Kommunikation

Und jetzt setzen sich zwei Personen zusammen, am besten Rücken an Rücken, sodass man die andere, sodass man die andere nicht sieht, sondern eben nur hört, also nur das Verbale aufnehmen kann. Einer bekommt das Bild, der andere bekommt einen Filzstift und ein Blatt Papier. Die, die das Bild hat, soll das Bild möglichst genau beschreiben. Und die andere Person soll nur durch das Zuhören dieses Bild nachmalen.

Am Schluss werden beide Bilder miteinander verglichen und so kann man wunderbar kenntlich machen, wie schwierig es doch teilweise ist, eine bestimmte Situation einfach nur zu erklären. Also verbal, einfach nur mit Worten.

Zwei Personen sitzen Rücken an Rücken. Die eine beschreibt das Bild, die andere versucht es zu zeichnen.
Zwei Personen spielen das Spiel „Bildbeschreibung“

Mit diesem Spiel kannst du aufzeigen, wie schwierig es ist, die verbale Kommunikation oder überhaupt, wie schwierig Kommunikation an und für sich aussieht und wie schwierig es ist, miteinander zu kommunizieren.

3. Theaterspiel: Nonverbale Kommunikation durch Statuen-Theater

Das nächste ist die nonverbale Kommunikation. Das mache ich ganz gerne mit dem Statuen-Theater nach Augusto Boal. Mit dem Statuentheater kann ich mit einfachen Symbolen, Beziehungen oder eine bestimmte Situation darstellen. zur Darstellung nutze ich meinen eigenen Körper.

Einer ist ein Regisseur und stellt die entsprechenden Personen so auf, wie er etwas wahrgenommen hat oder wie er etwas wahrnimmt. Da sage ich zum Beispiel, was bedeutet für die Schule? Und dann solle der eine Regisseur die Schule darstellen.

Darstellung der Schulsituation "Mobbing" mit Statuentheater nach Augusto Boal.
Theaterspiel: „Szenen Bild“

So kann ich meine Welt darstellen, ohne dass ich überhaupt kommunizieren muss. Einen noch größeren Effekt kann es haben, wenn mit dieser Technik Gefühle darstelle. Dies kann bei den Problemen helfen, die der oben beschriebenen Studie herrschen.  

4. Theaterspiel: Emotionen begreifen

Kommen wir zum vierten Punkt und das ist die Gefühle. Ich hatte vorhin schon gesagt, wie wichtig es ist, eben seine eigenen Gefühle und Bedürfnisse ausdrücken zu können, z. B. die gewaltfreie Kommunikation zu fördern.

Und auch hier greife ich immer wieder gerne auf Augusto Boal und sein Stauten Theater zurück. Hier etwas verändert, nämlich nicht, dass wir einen Regisseur haben, sondern dass eine Person einfach eine Emotion darstellt, mit ihrem Körper, dass sie also in eine Figur hineingeht und mit ihrem ganzen Körper eine entsprechende Emotion darstellt.

Eine junge Frau zeigt das Gefühl Angst.
Theaterspiel: Gefühlskarten

Und durch dieses Darstellen dieser Emotion ermögliche ich es natürlich, dass ich ein viel besseres Verständnis habe. Plus, wir haben die Psychomotorik mit drin. Das heißt, es wird dann wirklich in dem Moment, in dem ich diese Emotion darstelle, fühle ich auch wirklich diese entsprechende Emotion.

Damit kann das Verständnis von Emotionen und die entsprechenden Bedürfnisse, die dahinterstehen, viel besser verstanden werden. Und dadurch fällt es mir einfacher, das Ganze zu kommunizieren.

Damit eignet sich dieses Theaterspiel auch, um überhaupt über das Thema Emotionen zu sprechen.

5. Theaterspiel: Bedürfnisse kommunizieren

Seine eigenen Bedürfnisse zu äußern geht nicht nur, indem ich etwa meine Meinung sage. Bedürfnisse haben viel mit mir und dem zu tun, was ich überhaupt will.  Und genau darauf ziele ich dem letzten Spiel ab. Nämlich sich seiner eigenen Bedrüffnise überhaupt mal klarzumachen. Oder einfach ausgedrückt: Was will ich?

Wenn ich über das Thema Gewalt sprechen möchte, dann frage ich okay, ab wann ist denn Gewalt überhaupt Gewalt? Also ein Schwein zu schlachten, dann daraus Wurst zu machen, die ich später esse, um mich zu ernähren. Ist das Gewalt oder das keine Gewalt? Die Fragen kannst du selbst aussuchen. Nach dem du die Frage gestllt hast, sollen sich auf einem Seil am Boden positionieren.

Also du stellst die Frage, ist denn ein Schweinschlachten Gewalt? Und dann stellt sich jeder auf das Seil. Dabei präsentiert das eine Ende „ich stimme voll zu“ und das andere Ende „ich stimme nicht zu.

Drei Personen stehen auf einem Seil, der Kursleiter spricht mit einer der drei Personen
Theaterspiel: Das ist meine Meinung

Nach dem sich jeder positioniert hat, ist es wichtig, dass du es nicht einfach stehen lässt. Darum greifst du dir einige Personen heraus und reflektierst mit ihnen, warum sie da stehen, wo sie stehen.

Ich hole dann immer einen, der jeweiligen Ende des Seils steht und eine Person aus der Mitte. So kannst du den Meinungsaustausch fördern und sorgst dafür, dass die eigenen Bedürfnisse klarer werden.

Am Ende des Spiels kannst du alles zusammenfassend reflektieren und den Punkt der gegenseitigen Anerkennung und Meinungsvielfalt beleuchten.

Fazit

Die Kommunikation ist ein entscheidender Faktor für das Zusammenleben von Kindern und Jugendlichen. Die Förderung von Kommunikationskompetenzen, Empathie, verbaler und nonverbaler Kommunikation sowie die Fähigkeit, eigene Emotionen und Meinungen auszudrücken, sind entscheidend für ein harmonisches Miteinander. Durch kreative pädagogische Ansätze wie Theaterpädagogik können diese Fähigkeiten spielerisch entwickelt werden, um Konflikten vorzubeugen und ein besseres Verständnis füreinander zu schaffen.

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Mark

Hey, ich bin Mark, staatlich anerkannter Sozial- und Kindheitspädagoge (B.A) sowie ausgebildeter Theaterpädagoge (BUT) und schreibe hier die Beiträge.

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Sozial-Theatral, der Podcast, mit dem du Kinder und Jugendliche mit Spiel, Spaß und Theaterpädagogik fördern kannst. Dieser Podcast richtet sich an kreative Fachkräfte der Sozialen Arbeit, Pädagogik, Erziehung und natürlich auch Menschen aus dem Theater.

Denn das Schöne am Theater ist, dass du es überall einsetzten kannst. Egal, ob in der Schule, in der Erziehung, im Beruf oder im Alltag. Lass dich überraschen, wie einfach es sein kann, Kindern soziale Kompetenzen zu vermitteln.

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